Für bei Kundeninterviews mit Jobs-to-be-done gilt: je besser diese vorbereitet sind, desto anwendbarer werden die Erkenntnisse sein. Daher sollte zu Projektbeginn festgelegt werden, auf welche/n Jobs-to-be-done man sich fokussieren möchte. Eine Job Map hilft dabei, die Übersicht zu behalten. Sie ist daher ein wichtiges Werkzeug, um den Untersuchungsrahmen eines JTBD-Projekts festzulegen.

In einem Scoping-Workshop wird zu Projektbeginn mit dem Projektteam und den wichtigsten Stakeholdern der oder die zu untersuchenden Jobs-to-be-done definiert. Hierfür wird eine sogenannte Job Map erstellt. Diese visualisiert die (hypothetischen) Jobs-to-be-done von Zielkunden aus Sicht des Unternehmens. Die Job Map bildet eine optimale Grundlage zur Durchführung der Interviews, da sie dabei helfen, den Fokus zu wahren. Die Job Map wird während der Interviews laufend verifiziert bzw. ergänzt. Dadurch gewinnt das Projektteam am Ende der Interviews einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Jobs der Zielgruppe.

Die Erstellung einer Job Map

Zur Erstellung der Job Map wird eine grosse, zu beklebende Fläche (Bürowand oder Whiteboard) sowie Haftnotizen/Post-its für die Teilnehmer benötigt.

  1. Es wird mit dem Primärjob begonnen, also dem übergeordneten Job-to-be-done, auf den sich das Interview konzentriert. Dieser Job wird auf eine Haftnotiz geschrieben und in die Mitte der Wand geklebt. Beispiele für solche Primärjobs können sein: “Seine Finanzen im Griff haben” oder “Zeit mit der Familie verbringen”.

  2. Als nächstes gilt es, die untergeordneten und übergeordneten JTBD zu identifizieren. Diese können die Teilnehmer mithilfe der Fragetechnik aus der Abstraktionspyramide (siehe E-Book Teil II) herausfinden. Es wird jeweils ein Job auf eine Haftnotiz geschrieben und entsprechend seines Abstraktionsgrades ober- oder unterhalb des Primärjobs angeordnet. Mehrfachnennungen oder ähnliche JTBD werden mit übergeordneten Begriffen/Jobs zusammengefasst. Am Ende der zweiten Runde legen die Teilnehmer fest, auf welcher Abstraktionsebene die JTBD untersucht werden sollen.

  3. Nun werden in einer dritten Runde die vorgelagerten und nachgelagerten JTBD identifiziert. Hier geht es vor allem darum, die wesentlichen Schritte bei der Erledigung des festgelegten Kernjobs zu benennen, also die konkrete Abfolge der Tätigkeiten zur Erledigung des Jobs. Diese werden wiederum entsprechend ihrer Abfolge horizontal zum Kernjob angeordnet. Auch hier werden Mehrfachnennungen und ähnliche Jobs unter übergeordneten Begriffen/Jobs zusammengefasst.

Zum Schluss wird unter den Teilnehmern des Workshops festgelegt, ob der gesamte Kernjob oder nur Teilschritte davon untersucht werden sollen.

Hinweise zum Ablauf

  • Die Job Map kann auch schon vor dem Kickoff-Meeting erstellt werden und als interaktives Meeting-Element mit den Teilnehmern vervollständigt werden. So lässt sich der zu untersuchende Kernjob transparent herleiten.

  • Die Erstellung der Job Map sollte nicht länger als eine Stunde in Anspruch nehmen. Es geht weniger um einen hohen Detailgrad oder die Vollständigkeit, sondern vielmehr um die Einigung auf den zu untersuchenden Primärjob.

  • Der Input der Teilnehmer sollte nach dem Workshop in einem Excel-Sheet oder einem anderen, digitalen Format zur Projektdokumentation konsolidiert werden. Fotos der Job Map und eine kurze Erklärung des Ablaufs helfen beim Verständnis, wie beim Scoping des Projekts vorgegangen wurde.

JTBD Playbook | Konsolidierte Job Map

Beispiel einer in Excel konsolidierten Job Map für den Primärjob “Sein Unternehmen erfolgreich führen”.

Fazit

Eine Job Map ist ein wichtiges Werkzeug um den Untersuchungsrahmen für ein Jobs-to-be-done-Projekt zu definieren. Ohne diesen Rahmen besteht das Risiko, dass man sich während der Interviews in irrelevanten Jobs verliert. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei der gemeinsamen Erarbeitung der Job Map die Erwartungen der Teilnehmer und Stakeholder explizit werden. Zu guter Letzt hilft die visuelle Darstellung sehr, die Orientierung zu behalten und den richtigen Fokus für die Interviews zu setzen.